International FoodTec Award 2012

Die Verleihung der International FoodTec Awards fand am 27. März 2012 im Rahmen der Anuga FoodTec, der internationalen Fachmesse für Lebensmittel- und Getränketechnologie, in Köln statt. Prof. Achim Stiebing, Vizepräsident der DLG, überreichte den Vertretern der prämierten Unternehmen die Gold- und Silbermedaillen. Der renommierte Preis ging 2012 an 18 Innovationsprojekte aus der internationalen Lebensmittel- und Zulieferindustrie. Acht Innovationen erhielten den International FoodTec Award in Gold, zehn in Silber. Zu den Preisträgern gehören Unternehmen aus Schweden, der Schweiz, Österreich und Deutschland.


Der „International FoodTec Award“ wird von der DLG vergeben in Kooperation mit EFFoST (European Federation of Food Science and Technology), Koelnmesse, den Zeitschriften „Fleischwirtschaft“ und „Fleischwirtschaft international“ aus dem Deutschen Fachverlag, den im Verlag Th. Mann erscheinenden Fachzeitschriften „EDM - European Dairy Magazine“ und „DMW – Die Milchwirtschaft“, der Fachzeitschrift „FOOD Lab – Qualitätsmanagement, Analytik und Nachhaltigkeit“ aus dem Bücker-Fachverlag sowie der im LT Food Medien-Verlag herausgegebenen Zeitschrift „Lebensmitteltechnik“.

 

International FoodTec Award 2012 in Gold erhielten:

 

 

Interroll Trommelmotoren GmbH (Hückelhoven/Deutschland) “Ultra-hygienischer Bandantrieb mit Synchron-Trommelmotor”
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Peter Uttrup, Interroll Trommelmotoren GmbH, und Prof. Achim Stiebing, DLG

Interroll hat mit seinem SN062D Modell einen neuen Bandantrieb mit permanentmagnet-betriebenem Synchron-Trommelmotor entwickelt. Mit diesem Antrieb steht den Herstellern in der Lebensmittel- sowie der pharmazeutischen Industrie eine ultra-hygienische,  umweltfreundliche und energiesparende Antriebslösung zur Verfügung. Konstruktion und Design des vollständig geschlossenen Antriebes erfolgten konsequent nach den Empfehlungen der EHEDG, so dass durch die komplette Edelstahllösung auch die Reinigungs- und Desinfektionszeiten um bis zu 30 % reduziert werden konnten. Darüber hinaus wurden zur Gewährleistung der strengsten Anforderungen nur Materialien verarbeitet, welche nach den Vorgaben der USDA/FDA und der Verordnung EG 1935/2004 zertifiziert sind.

 

DIL e.V. (Quakenbrück/Deutschland) „HDHF-Hygienegreifer“
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Bernhard Hukelmann, DIL e.V., und Prof. Achim Stiebing, DLG

Am DIL e.V. wurde ein Roboter-Greifsystem mit dem Ziel entwickelt, universell einsetzbar, einfach und vollständig reinigbar sowie unter den Bedingungen in der Lebensmittelindustrie  möglichst vielseitig anwendbar zu sein. Um die Flexibilität bei der Handhabung von Lebensmitteln mit stark variierenden Abmessungen gewährleisten zu können, wurde auf das Prinzip der Vakuumgreifer zurückgegriffen. Dabei wird die Haltekraft für das Produkt über einen Unterdruck zwischen Greifer und Lebensmitteloberfläche aufgebracht. Im Unterschied zu bisher verfügbaren Vakuumgreifern wurden bei der Auslegung und Konstruktion konsequent die Anforderungen des Hygienic Design berücksichtigt. So wird der Unterdruck direkt im Greifer erzeugt, so dass es keine Schläuche oder Rohrleitungen gibt, die innen verschmutzen können. Zudem werden alle Teile des Greifers aus lebensmittelgeeignetem Edelstahl bzw. aus entsprechenden Kunststoffen hergestellt. Das Greifkonzept selbst basiert auf der Kombination des universell einsetzbaren HDHF-Vakuumerzeugers mit einer produktspezifischen Greifglocke.

 

Bühler AG (Uzwil/Schweiz) „Instant Maize“
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Markus Nussbaumer, Bühler AG, und Prof. Achim Stiebing, DLG

Von der Bühler AG wurde ein Prozess zur Herstellung von Instant Maize für den Markt des südlichen Afrikas entwickelt, wo Maisbrei das wichtigste Grundnahrungsmittel darstellt. Die traditionelle Zubereitung von Maisbrei ist mit einem hohen Zeit- und Energieaufwand verbunden. Durch das innovative Herstellungsverfahren wird ein getrockneter Instant Maize produziert, welcher mit einer Kochzeit von zwei Minuten bezüglich Geschmack, Textur und Mundgefühl den traditionell zubereiteten Produkten sehr ähnlich ist. Infolge des preisgünstigen Herstellungsverfahrens muss für das Endprodukt nur ein sehr geringer Mehrpreis bezahlt werden, sodass die Konsumenten von einer Zeit- und Energieersparnis profitieren, ohne eine Qualitätseinbuße ihrer Mahlzeit hinnehmen zu müssen.

 

Technische Universität München (Freising/Deutschland) „Weihenstephaner Standards für Betriebsdatenerfassung“
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Ortwin Fink, Beate Kolkmann, Stefan Flad und Tobias Voight, Technische Universität München, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Die Transparenz innerbetrieblicher Prozesse entscheidet immer mehr über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Ein wesentliches Element ist dabei die digitale Vernetzung der Produktions- und Managementebene mit Hilfe von Fertigungsmanagementsystemen (MES). Für den Erfolg eines MES ist es ausschlaggebend, dass es auf einer systematischen und standardisierten Datengrundlage aufbaut und so eine korrekte Datenverarbeitung und -aufbereitung sicherstellt. Bei bisher üblichen Systemen in der Lebensmittelindustrie liegt genau da das Problem, da jeder Hersteller von Maschinen andere Steuerungen verwendet. Bei den „Weihenstephaner Standards“ handelt es sich um ein innovatives und erstmals angegangenes Konzept zur herstellerunabhängigen und prozessübergreifenden Datenerfassung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Die erarbeitete Lösung kann die Möglichkeiten der Branche zur Qualitätssicherung und Effizienzsteigerung erheblich verbessern.

 

Hertel GmbH (Salzburg/Österreich) „Hopfenausbeuteerhöher“
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Michael Dillenburger, Hertel GmbH, und Prof. Achim Stiebing, DLG

In traditionellen Brauprozessen ist die Ausbeute an Hopfenbitterstoffen mehr als unzureichend. Sowohl bei der Würzebereitung als auch in den Bereichen Gärung, Lagerung, Filtration und Abfüllung können schmerzhafte Ausbeuteverluste auftreten. Durch den neu entwickelten Hopfenausbeuteerhöher können die Bitter- und Aromastoffausbeuten im Brauprozess stark erhöht werden. Grundsätzlich kann die Apparatur aus verschiedenen Komponenten bestehen. Da durch Hopfenprodukte neben der reinen Bitterkeit oftmals auch Hopfenaromastoffe in das Bier eingebracht werden sollen, kann der Hopfenausbeuteerhöher um einen Hopfenaromendestillator erweitert werden. Durch den Hopfenausbeuteerhöher kann nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Brauereien gesteigert, sondern auch die Alterungsstabilität und damit die Qualität des resultierenden Bieres verbessert werden.

 

Albert Handtmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG (Biberach/Deutschland) „ConProLink”
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Markus Schließer, Manfred Bächtle, Siegfried Reutter, Karl J. Keller und Gerhard Müller, Albert Handtmann Maschinenfabrik, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Beim ConProLink-System der Firma Albert Handtmann Maschinenfabrik handelt es sich um das weltweit erste kontinuierlich arbeitende Produktionssystem beispielsweise für Würste, welches komplett verschlossene Enden in optisch ansprechender Art und Weise herstellt. Die Produkte werden zusammenhängend in einer endlosen Kette produziert, abgedreht und können anschließend in Einzelportionen getrennt werden. Die Hülle der Produkte besteht aus Alginat und umschließt das Füllgut während eines Koextrusionsprozesses. Das ConProLink-System besteht aus zwei Füllmaschinen und einer Abdreheinheit. Eine Füllmaschine stellt dabei das Füllgut, die andere das Hüllenmaterial für den anschließenden Koextrusionsvorgang bereit. Das System stellt einen innovativen Schritt hin zu einer automatisierten Produktion mit großem Rationalisierungspotenzial dar.

 

Creative New Food GmbH (Eglisau/Schweiz) “MicroPast Pasteurisationsverfahren“
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Peter Bossard, Ursula Keller, Carlo Keller and Silvia Kurtz, Creative New Food GmbH, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Thermische Belastung kann bei der Herstellung von Lebensmitteln zu negativen Auswirkungen auf Farbe, Geschmack, Aussehen und Nährwert führen. Um diese Qualitätsminderungen zu vermeiden, hat die Creative New Food GmbH mit dem MicroPast System ein Verfahren entwickelt, das die thermische Belastung auf ein Minimum reduziert und Pasteurisationsprozesse auf 8 bis 12 Minuten verkürzt. Möglich wird dies, indem gleichzeitig mit Mikrowellenenergie sowie einer druck- und hitzestabilen Verpackung gearbeitet wird. Durch Kombination der beiden Verfahren können die Nachteile der Mikrowellentechnik infolge gezielter Dampfdruckerzeugung im Innern der Verpackung überwunden werden. Damit diese nach dem Abkühlen nicht kollabieren, erfolgt direkt vor dem Verschließen eine Injektion mit  Dampf. Kritischster Punkt bei der Entwicklung war, die Mikrowellenerhitzung so zu führen, dass es zu einer gleichmäßigen Erhitzung des gesamten Gutes und damit zu einer einwandfreien Pasteurisation kommt.

 

Multivac Sepp Haggenmüller GmbH & Co. KG (Wolfertschwenden/Deutschland) „Hochdruckbehandlung von MAP Verpackungen und Linienintegration von HPP-Anlagen“
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Dr. Tobias Richter, Multivac Sepp Hagenmüller GmbH & Co. KG, und Prof. Achim Stiebing, DLG

Mit Hilfe der Hochdruckbehandlung (High Pressure Processing, HPP) lässt sich die Haltbarkeit und Sicherheit von Lebensmitteln innerhalb von wenigen Minuten verbessern, ohne dass Hitze oder Konservierungsstoffe eingesetzt werden müssen. Gleichzeitig bleiben Nährwert und Geschmack nahezu vollständig erhalten. Multivac ist es gelungen, HPP-Anlagen modular in automatisierte Verpackungslinien zu integrieren, mit denen auch Schutzgasverpackungen (MAP) hergestellt werden können. Dazu musste die Prozessführung auf eine optimale Kombination aus Packgut, Verpackungsmaterial und Verpackungskonzept abgestimmt werden. Während der Hochdruckbehandlung kann die Druckhöhe stufenlos geregelt werden. Dabei ist es wichtig, dass mit Hilfe so genannter Verhaltemomente kurze Ruhepausen geschaffen werden, in denen sich das Polymer der Schutzgasverpackungen regenerieren kann, so dass es weniger belastet wird.

 

 

International FoodTec Award 2012 in Silber erhielten:
Westfleisch Erkenschwick GmbH (Oer-Erkenschwick/Deutschland) „Rauchgasbehandlung durch Luftwäscher“
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Wolfgang Neuhäuser und Gustav Kronsbein, Westfleisch Erkenschwick GmbH, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Mit Räucherrauch belastete Prozessluft darf nicht direkt emittiert werden und wird daher bisher einer thermischen oder elektrostatischen Nachbehandlung unterworfen. Beide Verfahren haben den Nachteil, dass sie relativ energieaufwändig sind. Die Westfleisch Erkenschwick GmbH hat daher ein Verfahren entwickelt, bei dem der Rauchgasstrom durch einen Luftwäscher geführt wird, so dass die Schadstoffpartikel ausgewaschen werden und saubere Luft emittiert wird. Das dabei anfallende Prozesswasser wird über einen Biofilter geführt, in welchem die Rauchbestandteile durch speziell selektierte und adaptierte Mikroorganismen verstoffwechselt werden. Auf diesem Wege wird die Abluftreinigung von Kaltrauchanlagen sowohl ökologisch als auch ökonomisch optimiert. Vorteil des störungsunempfindlichen Verfahrens ist ein erheblich geringerer Einsatz von Primärenergie und damit eine sehr gute Wirtschaftlichkeit.

 

Krones AG (Neutraubling/Deutschland) „Würzestrippsystem Boreas“
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Florian Dufner, Christian Bockisch und Roland Feilner, Krones AG, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Zur kontrollierten Ausdampfung unerwünschter Aromastoffe aus der Heißwürze im Brauprozess hat die Krones AG das Würzestrippsystem Boreas entwickelt, das eine erhebliche Einsparung von Energie und eine Verbesserung der Bierqualität ermöglicht. Die kontrollierte Austreibung unerwünschter Aromastoffe ermöglicht konstante vorgeschaltete Sudprozesse, da eine Anpassung der Kochung auf schwankende Rohstoffqualitäten und damit erhöhte DMS (Dimetylsulfid)-Werte entfällt. Darüber hinaus kann der Kochprozess energetisch und zeitlich optimiert werden, da eine Reduktion des nachgebildeten DMS außerhalb der Würzpfanne möglich ist. Energie kann vor allem durch eine geringere Gesamtverdampfung eingespart werden. Weiterhin bedeutet eine geringere Gesamtverdampfung aber auch eine geringere benötigte Warmwasserbereitung in den vorhergehenden Schritten im Sudhaus. Durch die exakt über den Strippgasvolumenstrom steuerbare hohe Ausdampfeffizienz, den geringen Platzbedarf sowie die „stand-alone-Bauweise“ bietet das System sowohl für den Mittelstand als auch für Großbrauereien eine interessante und leicht in jedes Sudhaus integrier- und bypassbare Anlagentechnik.

 

Van Hees GmbH (Walluf/Deutschland) „Rohwurstreifesystem Ferma Quick“
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Robert Becht and Rolf Häußler, Van Hees GmbH, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Das von der Van Hees GmbH entwickelte Rohwurstreifesystem Ferma Quick bietet vor allem Vorteile für Produzenten, die Rohwurst wie Stapelschnittsalami oder Stangenrohware im industriellen Maßstab herstellen. Das Verfahren beruht auf einer vorweg genommenen Abtrocknung, welche durch den Einsatz von gefriergetrocknetem Fleisch sowie hochfunktionellen Gütezusätzen und Gewürzen erreicht wird. Auf diese Weise werden die Möglichkeiten konsequent ausgenutzt, welche das Hürdenkonzept bei der Herstellung qualitativ hochwertiger und sicherer Rohwürste bietet. Die Reifezeit der Rohwurst kann auf diese Weise von 14 Tagen auf 48 Stunden verkürzt werden, wobei kein weiterer Gewichtsverlust durch Abtrocknung auftritt.

 

Erbslöh Geisenheim AG (Geisenheim/Deutschland) „Trenolin Frio DF“
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Andreas Friesenhahn, Erbslöh Geisenheim AG, und Prof. Achim Stiebing, DLG

Die Verarbeitung von Traubenmaische und Traubenmost bei Temperaturen von unter +10 °C hat signifikante qualitätssteigernde und ökonomische Vorteile. Die üblicherweise in der Weinbereitung verwendeten Pektinasen zum Abbau des wasserbindenden Pektins der Trauben sind bei diesen Temperaturen jedoch nicht mehr aktiv. Auf der Basis aktueller oenologischer Erkenntnisse im Bereich der Maische- und Mostbehandlung hat die Erbslöh Geisenheim AG daher das spezielle kältetolerante Enzympräparat Trenolin Frio DF entwickelt. Dabei handelt es sich um ein innovatives Pektinaseprodukt, das sowohl bei der Herstellung von Weiß- als auch von Rotweinen eingesetzt werden kann. Wichtige Vorteile liegen in der Qualitätserhaltung des Traubenmaterials, der Qualitätssteigerung des Endprodukts und in der Wirtschaftlichkeit der Anwendung in der Kellerei, nicht zuletzt infolge von Möglichkeiten zur Energieeinsparung.

 

Habasit AG (Reinach-Basel/Schweiz) „Habasit HyCLEAN CIP – ein effizientes Reinigungssystem für Kunststoff-Modulbänder“
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Thomas Wichmann, Olaf Heide und Marco Lucchi, Habasit AG, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Zur Reinigung und Hygienisierung von Kunststoff-Modulbändern hat die Habasit AG das EHEDG zertifizierte Reinigungssystem HyCLEAN CIP (Clean-In-Place) entwickelt. Dieses System ermöglicht eine automatisierte und damit einfache, effektive und kostengünstige Reinigung von Förderbändern. HyCLEAN CIP arbeitet als Rundum-Bandreinigungssystem, d.h. es säubert einerseits innen wie außen und andererseits sowohl die Bandkanten als auch die Transportseite. Dabei werden das Waschen, Schäumen, Spülen sowie die Desinfektion der Bänder in einem automatisierten Prozess ermöglicht. Nach maximal sieben Umdrehungen sind die Bänder gründlich gereinigt und desinfiziert. Dabei arbeitet das System mit einem geringen Wasserdruck von lediglich fünf bar. Verglichen mit  Wettbewerbssystemen lässt sich der Wasserverbrauch wesentlich reduzieren; gegenüber einer manuellen Reinigung können sowohl die Bedienungs- und Reinigungszeit bei gleichzeitiger Minimierung von Anwendungsfehlern als auch der Wasserverbrauch signifikant gesenkt werden, so dass sich neben den hygienischen auch wesentliche ökonomische Vorteile ergeben.

 

Bühler AG (Uzwil/Schweiz) „Pasta-Trockner“
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Christopher Rubin, Bühler AG, und Prof. Achim Stiebing, DLG

In konventionellen Pasta-Trocknern müssen große Luftmengen erhitzt und umgewälzt werden, um den Wassergehalt der zunächst feuchten Spaghetti von etwa 30 % auf 12 % zu senken. Stärke-Proteinstrukturen, wie sie in Spaghetti vorliegen, weisen je nach Temperatur und Feuchtigkeit unterschiedliche physikalische Eigenschaften auf. Nutzt man diese geschickt aus, so wird es möglich, mit einer zu Beginn langsameren Trocknung eine insgesamt kürzere Prozesszeit bei mindestens gleicher Pastaqualität zu realisieren. Bedingt ist dies dadurch, dass dann am Schluss der Trocknung weniger Zeit investiert werden muss, weil wesentlich weniger innere Spannungen abzubauen sind, die sonst zum Bruch der Pasta führen würden. Das neue Technologiekonzept des von der Bühler AG entwickelten Pasta Trockners ermöglicht eine Führung der Prozessluft, welche eine wirtschaftliche Wärmerückgewinnung durch Kondensation der Abluft gestattet. Gegenüber traditionellen Prozessen können mit der Anlage pro Tonne Spaghetti 130 kWh thermische Energie eingespart werden.

 

Insort GmbH (Feldbach/Österreich) „Sherlock Separator“
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Manfred Gepp, Markus Zangl und Matthias Jeindl, Insort GmbH, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Beim Sherlock Separator der Insort GmbH handelt es sich um die erste großindustriell verfügbare Sortiermaschine, mit der Kartoffeln auf der Basis ihrer chemischen Zusammensetzung klassifiziert und in drei Produktströme sortiert werden können. Herz der Anlage ist ein hochsensibles Kamerasystem, das auf der Nahinfrarot-Spektroskopie basiert. Das System liefert in Echtzeit ortsauflösend auf einer Pixelgröße von ca. 3 x 3 mm spektrale Informationen, welche über mathematische Modelle in ein Farbbild umgewandelt werden, das Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung des aufgenommenen Objekts erlaubt. Mit Hilfe dieser Technologie können nicht nur alle wesentlichen Defekte und jede Art von Fremdkörper mit bisher unerreichter Genauigkeit detektiert und aussortiert werden. Vielmehr können hiermit z.B. auch Kartoffeln mit Zuckerspitzen erkannt werden, die bei der Herstellung von Pommes frites zu unerwünscht intensiven Bräunungsreaktionen führen würden.

 

Jürgen Löhrke GmbH (Lübeck/Deutschland) „Reinigungsrobotor Cleenius“
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Martin Löhrke und Jörn Winkelmann, Jürgen Löhrke GmbH, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Die hohen hygienischen Anforderungen in der Lebensmittelindustrie erfordern ein sicheres Hygienemonitoring und immer effizientere Reinigungsprozesse. Der von der Jürgen Löhrke GmbH entwickelte Reinigungsroboter „Cleenius“ findet in äußerst sensiblen Bereichen der Lebensmittelindustrie Anwendung, um sichere und nachvollziehbare Hygieneergebnisse zu gewährleisten. Er ist in der Lage, auf engstem Raum komplexe Reinigungsvorgänge durchführen. Er verfügt über Docking-Stationen, die eine Versorgung des Systems mit Energie und Medien ermöglichen, über höhere Druckstufen für die Ausbringung der Reinigungsmedien auf schwierigen Oberflächen, über Lifte, um die jeweilige Anlage auch über Höhe führen zu können sowie ein Parksystem für die Ruhestandszeiten mit integrierter Selbstreinigung und einen Greiferkopf, der das Bewegen und Greifen von Materialien in der Prozessanlage ermöglicht.

 

food technology Lummer (Delbrück/Deutschland) „Hygienegerechte Schneidetechnologie“
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Alfons Lummer, food technology Lummer, und Prof. Achim Stiebing, DLG.

Ein Reinigungskonzept für alle Betriebsgrößen stellt die modulare Universalanlage U-300 der food technology Lummer zum Schneiden, Dekorieren und Verpacken von Bäckerei- und Konditorwaren dar. In dieser Anlage werden traditionelle und neu entwickelte Maschinenkomponenten zu einer sauber ineinanderlaufenden Produktionsstraße zusammengefasst, welche die Hygienevorschriften der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) und der Lebensmittelsicherheit erfüllt. Gerundete Oberflächen, klar definierte Abtropfkanten verbunden mit einer offenen Konstruktion sorgen für eine hygienegerechte Auslegung des neuen Maschinenkonzeptes sowie der voll automatischen Schneidetechnik, beispielsweise auf der Basis der Ultraschalltechnologie. 

 

Food Radar Systems AB (Göteborg/Schweden) “LOOK100 Sensor”
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Joakim Nilsson, Mikael Reimers, Jenny Kannisto und Sven G. Bodell, Food Radar Systems AB, mit Prof. Achim Stiebing, DLG (v.l.n.r.)

Food Radar Systems AB ist ein schwedischer Anbieter von Systemen zur Erhöhung der Produktsicherheit in der Lebensmittelindustrie. Die neueste Entwicklung des Unternehmens  stellt der LOOK100 ® Sensor dar, welcher speziell für Emulsionen und Lebensmittel optimiert wurde, die durch Rohrleitungen gepumpt werden. Das was den Sensor von anderen Fremdkörpererfassungsgeräten unterscheidet ist, dass er mit Mikrowellen arbeitet, so dass auch Fremdkörper mit einer niedrigen Dichte wie etwa harte und weiche Kunststoffteile, Holz- und Gummipartikel sowie Kerne von Steinfrüchten erkannt werden können. Selbstverständlich ist das System auch zum Aufspüren von Glas, Metall und Steinen geeignet, wobei die detektierbare Teilchengröße wesentlich von der Homogenität und der Zusammensetzung des jeweiligen Lebensmittels abhängig ist. 

 

 

Die Experten-Jury
Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine international besetzte Jury, der renommierte Experten verschiedener Fachrichtungen angehören. Diese sind Prof. Dr. Emmerich Berghofer (Universität für Bodenkultur, Wien/Österreich), Prof. Dr. Dietrich Knorr (Technische Universi-tät Berlin), Prof. Dr. Alexander Kolesnov (Moscow State University of Food Production MGUPP/ Russland), Prof. Dr. Horst-Christian Langowski (Fraunhofer Institut für Verpa-ckungstechnik und Verpackung, Freising-Weihenstephan), Huub L.M. Lelieveld (Biltho-ven/Niederlande), Prof. Dr.-Ing. Achim Stiebing (Hochschule Ostwestfalen Lippe, Lemgo), Prof. Dr. Jochen Weiss (Universität Hohenheim, Stuttgart) und Prof. Dr.-Ing. Erich J. Windhab (Eidgenössische Technische Hochschule, Zürich/Schweiz).


Präsentation der Preisträger auf dem DLG-Stand
Die Gewinner der Gold- und Silbermedaillen wurden auf dem Stand der DLG auf der Anuga FoodTec (Halle 5.1, Gang D 021) präsentiert.

Wer verleiht den International FoodTec Award?

Der European FoodTec Award ist im Jahre 1994 von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) gemeinsam mit dem Verlag Th. Mann GmbH und seinen Fachzeitschriften „EDM - European Dairy Magazine“ und „DMW – Die Milchwirtschaft“ gestiftet worden. Er wurde bis zum Jahre 2000 alle zwei Jahre aus Anlass der Ausstellung „Anuga FoodTec“ und der „Kölner FoodTec Tage“ verliehen. Im Jahre 1998 ist der Kreis der Preisstifter durch den Deutschen Fachverlag (Frankfurt am Main) und seinen Zeitschriften "Fleischwirtschaft" sowie "Fleischwirtschaft International" sowie im Jahre 2006 um die im LT Food Medien-Verlag (Hamburg) herausgegebene Zeitschrift „Lebensmitteltechnik“ erweitert worden. Die EFFoST (European Federation of Food Science and Technology) gehört seit 2008 zu den Preisstiftern.

Seit 2011 heißt der Innovationspreis "International FoodTec Award".